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The Origin of Consciousness in the
Breakdown of the Bicameral Mind

German Translation

Der Ursprung des Bewußtsein

Julian Jaynes

EINFÜHRUNG | BUCH 1 | BUCH 2 | BUCH 3

1. Kapitel 1: Das Bewußtsein des Bewußtseins

2. Kapitel 2: Das Bewußtsein

3. Kapitel 3: Die Psychologie der »Ilias«

4. Kapitel 4: Die bikamerale Psyche

5. Kapitel 5: Das Doppelhirn

6. Kapitel 6: Der Ursprung der Kultur


Kapitel 2: Das Bewußtsein

Nachdem wir also einige der wichtigsten Mißverständnisse in Bezug auf das Bewußtsein gleichsam mit Hammer und Meißel weggehauen haben, stellt sich die Frage, was uns geblieben ist. Wenn das Bewußtsein alles das nicht ist, wenn es sich nicht so weit erstreckt, wie wir glauben, wenn es weder eine Aufzeichnung unseres Erlebens noch das unentbehrliche Medium des Lernens, Urteilens, ja nicht einmal des Denkens ist – was ist es dann? Wir starren in den Staub und die Trümmer und hoffen, das Bewußtsein wie die Schöpfung des Pygmalion in ursprünglicher Frische und Reinheit aus dem Schutt hervortreten zu sehen. Aber während wir warten, bis der Staub sich gelegt hat, wollen wir ein wenig vom Gegenstand abschweifen und von anderen Dingen reden.


Metapher und Sprache

Reden wir über die Metapher1 – das »sprachliche Bild«. Die faszinierendste Eigenschaft der Sprache ist ihre Fähigkeit, Metaphern zu bilden. Welch eine Untertreibung! Die Metapher ist nämlich nicht, wie sie in en alten Schulbüchern unter den Regeln für das Aufsatzschreiben so oft abgetan wird, bloß ein rhetorischer Trick unter vielen; Sondern sie ist der eigentliche Wesensrund der Sprache. Ich benutze den Begriff Metapher hier in seinem allgemeinsten Sinn: den Ausdruck für eine Sache zur Bezeichnung einer anderen Sache verwenden, und zwar aufgrund einer Ähnlichkeit zwischen den beiden Sachen oder zwischen ihren jeweiligen Relationen zu anderen Sachen. Somit enthält eine Metapher immer zwei Gliedstellen, die Sache, die bezeichnet werden soll – ich werde sie fortan den Metaphoranden nennen –, und die Sache oder die Relation, die als Bezeichnung dient und die ich den Metaphorator nennen will. Eine Metapher besteht also immer darin, daß ein uns bekannter Metaphorator auf einen uns weniger bekannten Metaphoranden bezogen wird. Ich habe mich bei der Neubildung dieser Ausdrücke an die ursprüngliche griechische Wortform und an das Beispiel der Mathematik gehalten, die bei der Multiplikationsrechnung von Multiplikator und Multiplikand spricht.

Das Wachstum der Sprache beruht auf der Metapher. Wird man gefragt: »Was ist das?« und ist die Antwort darauf nicht ganz einfach oder das in Rede stehende Erlebnis einmalig, antwortet man in aller Regel: »Tja, das ist so wie ...« Laboruntersuchungen haben ergeben, daß sowohl Kinder wie Erwachsene sich umfänglicher Metaphoratoren bedienen, wenn sie Nonsensobjekte (nämlich Metaphoranden), die nur ihnen sichtbar sind, einem Außenstehenden beschreiben sollen; bei wiederholtem Gebrauch werden diese umfänglichen Metaphoratoren dann zu Namen verkürzt.2 Vornehmlich auf diesem Wege bildet sich der Wortschatz unserer Sprache. Die große und nie zu Ende kommende Bedeutung der Metapher besteht darin, daß sie die mit wachsendem Komplexitätsgrad der menschlichen Zivilisation neu benötigte Sprache schafft.

Um dies einzusehen, genügt es schon, wenn Sie in einem etymologischen Wörterbuch die Herkunft einiger wahllos herausgegriffener Alltagswörter nachschlagen. Oder denken Sie an bestimmte lateinische Namen aus dem Tier- und Pflanzenreich oder auch nur an phantasievolle deutsche Namen wie Fingerhut, Hirschkäfer, Frauenschuh und Butterblume. Der menschliche Körper ist ein besonders vielseitiger und ergiebiger Metaphorator, mit dessen Hilfe sich in unzähligen Bereichen Unterscheidunge n treffen lassen, für die sonst kein sprachlicher Ausdruck existiert. Zum Beispiel der Kopf Nagelkopf, Briefkopf; auch das Familienoberhaupt, der Hauptmann und der Stammeshäuptling gehören hierher. Stirn und Gesicht verstecken sich (mit ihren lateinischen Formen frons und facies) in Front und Fassade. Wir reden von der Scheitelhöhe eines Gebirges, von Zahnrädern, und wir bemerken Zähne auch am Kamm und eine Zunge am Schuh, an einer Zange oder einer Autobremse, Beine an Tischen und Stühlen. Und so weiter und so fort. Gleich werden Sie beim Lesen am Fuß dieser Seite angekommen sein und dann vielleicht das Blatt umwenden. All diese konkreten Metaphern verstärken in ungeheurem Ausmaß unser Vermögen, die Welt um uns herum wahrzunehmen und zu verstehen, ja; sie schaffen buchstäblich neue Gegenstände. In Wahrheit und Wirklichkeit ist die Sprache ein Wahrnehmungsorgan und nicht einfach nur ein Kommunikationsmittel.

Was wir bisher beschrieben haben, ist die Sprache, wie sie sich »synchronisch« (das heißt quer zur Ze itachse) im Raum der Welt entfaltet und dabei immer präzisere Wahrnehmungen und Beschreibungen hervorbringt. Die zweite und wichtigere Entfaltungsrichtung der Sprache verläuft jedoch »diachronisch« (entlang der Zeitachse) hinter den Erlebnissen auf der Basis von Befähigungsstrukturen in unserem Nervensystem und führt zu abstrakten Begriffen, die »Gegenstände« bezeichnen, welche nur noch in einem metaphorischen Sinn Gegenstände heißen können (insofern »Gegenständlichkeit« zumindest im Grundsatz und theoretisch »Beobachtbarkeit« mit einschließt). Und diese »Gegenstände« werden durch Metaphern gebildet: Damit wären wir beim »Dreh- und Angelpunkt« meiner Überlegungen angelangt – bei einer Sache also, die ihrerseits wieder eine Metapher ist und nur mit dem geistigen »Auge« »gesehen« werden kann.

In den Abstraktionsbegriffen für die zwischenmenschlichen Beziehungen spielt die Haut eine besonders wichtige Rolle als Metaphorator. Wir kommen oder bleiben mit anderen »in Berührung«, die – je nachdem – »dickfellig« oder »dünnhäutig« sein können oder so »kitzelig« sind, daß man sie »mit Samthandschuhen anfassen muß und sie auf keinen Fall »gegen den Strich bürsten« darf. 3

Die Begrifflichkeit der Wissenschaft ist samt und sonders auf diese Weise entstanden: aus konkreten Metaphern, die zu abstrakten Begriffen wurden. In der Physik haben wir es mit Kraft, Beschleunigung, Trägheit, Widerstand, Feldern und neuerdings sogar mit Charme zu tun. In der Physiologie wurde der Metaphorator »Maschine« zum eigentlichen Motor der Entdeckertätigkeit. Wir interpretieren das Gehirn mit Hilfe von Metaphern jeder nur denkbaren technischen Herkunft, angefangen beim Akkumulator und der Fernmeldetechnik bis hin zum Computer und zur Holographie. Ärztliche Behandlungsverfahren richten sich zuweilen ganz nach dem Gebot einer Metapher. Im achtzehnten Jahrhundert verglich man das Herz eines Fieberkranken mit einem siedenden Topf und hielt deshalb den Aderlaß für angezeigt, um den Brennstoff zu vermindern. Und selbst heute noch versteht sich ein Großteil der Medizin mit einer Metapher aus dem Militärbereich als das Abwehren oder Niederschlagen einer Attacke, die von dieser oder jener Seite gegen den Körper geführt wird. Im Griechischen geht der Begriff für Recht und Gesetz (nomos) auf einen Ausdruck zurück, der ursprünglich das Fundament eines Bauwerks bezeichnete. » Obligatorisch« (das heißt durch Gesetz verbindlich vorgeschrieben) ist vom lateinischen ligare, »mit Stricken binden«, abgeleitet – eben daher ja auch das deutsche Wort »verbindlich«.

In der Frühzeit erhob sich die Sprache mitsamt den Gegenständen, die sie bezeichnete, auf der Stufenleiter der Metaphorik vom Konkreten zum Abstrakten, ja, man kann sagen, sie schuf den gesamten abstrakten Bereich mit Hilfe von Metaphern.

Es liegt nicht immer klar auf der Hand, welche hochbedeutsame Leistung die Metapher in dieser Hinsicht vollbracht hat. Aber das kommt daher, daß die konkreten Metaphoratoren durch Lautwandel zum Verschwinden gebracht wurden, wonach die verbleibenden Wörter ein Eigenleben führen. Selbst ein so unmetaphorisch klingendes Wort wie die Infinitivform des englischen Hilfsverbs to be ist aus einer Metapher entstanden. Sie leitet sich aus dem Sanskritwort bhu, »wachsen« oder »wachsen lassen«, ab, während die Formen am und is auf die gleiche Wurzel wie das Sanskritwort asmi, »atmen«, zurückgehen. Man ist angenehm berührt zu erfahren, daß die Beugungsformen eines der farblosesten Wörter der englischen Sprache ein Zeugnis aus einer Zeit darstellen, als die Menschen noch kein eigenes Wort für »sein« hatten und lediglich ausdrücken konnten, daß etwas »wächst« oder »atmet«.4 Natürlich sind wir uns nicht bewußt, daß der Begriff des Seins dergestalt vom Bild des Wachsens und Atmens abgeleitet ist. Abstrakte Ausdrücke sind wie alte Münzen, deren bildhafte Prägung im lebhaften Geschäftsverkehr der täglichen Rede bis zur Unkenntlichkeit abgegriffen wurde.

Im Lauf unseres kurzen Lebens bekommen wir nicht viel mit von der ungeheuren Ausdehnung der Geschichte, und darum wirkt die Sprache auf uns nur allzuleicht so starr und unveränderlich, wie sie im Wörterbuch steht, dauerhaft wie ein Granitblock, während sie doch in Wahrheit eher eine wildbewegte See von Metaphern ist. In der Tat: Wollten wir sämtliche Veränderungen des Wortschatzes durchgehen, die im Lauf der jahrhundertealten Sprachgeschichte stattgefunden haben, und diese Entwicklung dann in Gedanken um Jahrtausende in die Zukunft verlängern, würden wir schließlich in einen interessanten Widerspruch geraten: Denn würde es jemals gelingen, eine Sprache zu schaffen, die für alles eine eigene Benennung hätte, dann wäre es um die Metapher geschehen. Niemand würde dann noch zu seiner Geliebten sagen: »Du bist wie eine Blume«, denn das Merkmal »Weiblichkeit« wäre zerstäubt in Ausdrücke für Tausende exakter Nuancen, man brauchte nur den jeweils passenden Ausdruck auszuwählen, und die Blume als Metapher wäre erledigt.

Der Wortschatz einer Sprache besteht also aus einer endlichen Menge von Ausdrücken, die mit Hilfe der Metaphernbildung auf unendlich viele Sachverhalte angewandt werden, ja sogar ihrerseits neue Sachverhalte schaffen können.

(Wäre es möglich, daß das Bewußtsein eine solche Neuschöpfung ist?)


Verstehen als Metapher

Wir bemühen uns, das Bewußtsein zu verstehen – doch was ist das eigentlich, worum wir uns bemühen, wenn wir uns um das Verständnis einer Sache bemühen? Wie die Kinder, wenn sie sich bemühen, Nonsensobjekte zu beschreiben, suchen wir nach einer Metapher für die Sache, um deren Verständnis wir uns bemühen. Nicht nach einer x-beliebige n Metapher, sondern nach einer, die etwas enthält, das uns vertraut ist und uns leichter eingeht. Eine Sache verstehen heißt eine Metapher für sie finden, indem wir etwas Vertrauteres an ihre Stelle setzen. Das Gefühl der Vertrautheit ist das Gefühl, verstanden zu haben.

Vor Menschenaltern hätten wir ein Gewitter vielleicht als Lärmen und Kampfgetümmel übermenschlicher Gottheiten verstanden. Das Donnern im Anschluß an den Blitzschlag zum Beispiel hätten wir als den vertrauten Schlachtenlärm gedeutet. Ähnlich deuten wir heute ein Gewitter anhand unserer vermeintlichen Erfahrungen mit Reibungs-, Entladungs- und Unterdruckphänomenen sowie anhand einer Vorstellung von gewaltigen Wolkenbänken, die aufeinanderprallen und Lärm erzeugen. Kein einziges von diesen Dingen existiert, so wie wir es uns vorstellen, in der Wirklichkeit. Unsere Vorstellungen von derlei physikalischen Vorkommnissen sind ebenso wirklichkeitsfern wie die Vorstellung von kämpfenden Göttern. Dennoch erfüllen sie die Funktion einer Metapher, sie wirken vertraut, und darum glauben wir, wir hätten das Gewitter verstanden.

Ebenso in anderen Bereichen der Wissenschaft: Wir sagen; daß wir einen Aspekt der Natur verstanden haben; sobald wir eine Ähnlichkeit mit einem vertrauten theoretischen Modell feststellen konnten. Die Ausdrücke »Theorie« und »Modell« werden übrigens manchmal bedeutungsgleich verwendet, was jedoch nicht ganz richtig ist. Eine Theorie stellt eine Beziehung auf zwischen einem Modell und den Dingen, für die das Modell Modell sein soll. Das Bohrsche Atommodell besteht in einem Proton, das von Elektronen umkreist wird. Es erinnert an die schematische Darstellung des Sonnensystems, und diese war ja in der Tat eine seiner metaphorischen Quellen. Bohrs Theorie bestand in der Behauptung, daß alle Atome Ähnlichkeit mit seinem Modell haben müßten. Mit der späteren Entdeckung neuer Teilchen und komplizierter Beziehungen zwischen den Atomen war diese Theorie hinfällig geworden. Doch das Modell ist geblieben. Ein Modell ist weder wahr noch falsch; wahr oder falsch ist nur die Theorie von seiner Ähnlichkeit mit dem, wofür es steht.

Eine Theorie ist also eine metaphorische Beziehung zwischen einem Modell und einem Tatsachenzusammenhang. Und wissenschaftliches Verstehen ist das Gefühl, daß zwischen einem komplizierten Tatsachenzusammenhang und einem vertrauten Modell eine Ähnlichkeit besteht.

 

Wenn eine Sache verstehen bedeutet, sich diese Sache mit Hilfe einer Metapher vertraut zu machen, dann liegt es auf der Hand, daß es uns immer Schwierigkeiten bereiten wird, das Bewußtsein zu verstehen. Denn es leuchtet wohl ohne weiteres ein, daß in unserem unmittelbaren Erleben nichts vorkommt und nichts vorkommen kann, was mit dem unmittelbaren Erleben selbst vergleichbar wäre. So gesehen wird es also ein Verständnis des Bewußtseins niemals im gleichen Sinne geben, wie wir ein Verständnis der Dinge im Bewußtsein haben können.

Die Irrtümer über das Bewußtsein, von denen hier die Rede war, sind meistenteils irreführende Versuche der Metaphernbildung. Wir erwähnten die Vorstellung vom Bewußtsein als einer Aufzeichnung des Erlebens, die sich ausdrücklich auf das Bild von der Wachs- oder Schiefertafel beruft. Natürlich hat nie jemand ernstlich sagen wollen, das Bewußtsein zeichne das Erleben im buchstäblichen Sinne auf, sondern nur, daß alles sich so verhält, als ob es dies tue. Daß es überhaupt nichts dergleichen tut, haben wir dann ja bei näherer Betrachtung gesehen.

Und noch die Vorstellung, die in den oben gebrauchten Wendungen zum Ausdruck kommt – nämlich daß das Bewußtsein irgend etwas »tut« –, selbst diese Vorstellung ist eine Metapher. Sie zeigt uns das Bewußtsein im Bild einer Person, die sich in einem physikalischen Raum verhält und Dinge tut – was in Bezug auf das Bewußtsein eben nur metaphorisch Geltung haben kann. Denn »etwas tun« bezeichnet die Verhaltensweise eines Lebewesens im physikalischen Universum. Und dann: Was ist das für ein »Raum«, in dem dieses metaphorische »Tun« stattfindet? (Da und dort beginnt der Staub sich schon zu legen.) Auch dieser »Raum« kann nichts anderes sein als eine Metapher des wirklichen Raums. Wir fühlen uns hier an unsere Überlegungen zum »Sitz« des Bewußtseins erinnert, der ebenfalls nur eine metaphorische Existenz hat. Man betrachtet das Bewußtsein als ein Ding und muß ihm deshalb wie den anderen Dingen einen Ort im Raum zuweisen – den es, wie wir gesehen haben, in Wirklichkeit nicht hat.

 

Ich bin mir durchaus im klaren darüber, daß mein Gedankengang im Moment auf ziemlich verschlungenen und überwachsenen Pfaden verläuft. Aber bevor wir wieder in übersichtlicheres Gelände hinaustreten, möchte ich noch eine Sache erklären, die ich künftig mit dem Ausdruck »Analogon« bezeichnen werde. Ein Analogon ist ein Modell, allerdings ein Modell besonderer Art. Es ist nicht das gleiche wie ein wissenschaftliches Modell, das aus allem möglichen hergenommen sein kann und den Zweck einer Erklärungs- oder Interpretationshypothese erfüllt. Im Gegensatz dazu ist ein Analogon Punkt für Punkt aus der Sache abgeleitet, für die es ein Analogon ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Landkarte. Es handelt sich bei ihr nicht um ein Modell im wissenschaftlichen Sinn, also nicht wie etwa im Fall des Bohrschen Atommodells – um ein hypothetisches Modell, das eine Erklärung geben soll für etwas Unbekanntes. Vielmehr bezieht sich die Landkarte auf einen verhältnismäßig gut, wenn nicht sogar vollständig bekannten Sachverhalt. Jedem Gebietssektor in der Natur entspricht ein Sektor auf der Karte, wenngleich das Gelände und die Karte aus völlig verschiedenen Materialien bestehen und die Merkmale des Geländes bei der Abbildung größtenteils entfallen. Die Beziehung nun zwischen dem Analogon Landkarte und dem dazugehörigen Gelände ist metaphorischer Natur. Wenn ich auf einen Punkt auf der Landkarte zeige und sage: »Da ist der Montblanc, von Chamonix aus können wir die Ostwand auf diesem Weg erreichen«, ist das eigentlich eine verkürzte Art zu sagen: »Die Beziehungen zwischen dem als ›Montblanc‹ bezeichneten Punkt und anderen Punkten auf der Karte ähneln den Verhältnissen in der Natur.«


Die Metaphernsprache des Geistes

Ich glaube, zumindest umrißhaft ist jetzt zu erkennen, was aus dem Schutt, den das letzte Kapitel hinterlassen hat, Neues zum Vorschein kommt. Vorläufig ging es mir freilich nicht so sehr darum, meine These Schritt für Schritt vor Ihnen zu entwickeln, sondern vielmehr Ihnen bestimmte Gedanken- und Begriffszusammenhänge wenigstens so weit nahezubringen, daß Ihnen das, was ich als nächstes zu sagen habe, nicht von vornherein völlig abwegig vorkommt. Ich werde nun auf den folgenden, wie ich selbst am besten weiß: schwierigen und ausgesprochen weitschweifigen Seiten dieses Buches einfach so verfahren, daß ich das Endergebnis langer Überlegungen in Form einer allgemeinen Behauptung vorwegnehme, um dann zu erläutern, was es im einzelnen bedeutet.

Also: Der subjektive, seiner selbst bewußte Geist ist ein Analogon der sogenannten wirklichen Welt. Seine Bauelemente bestehen in einem Wortschatz (einem »Lexikon« oder, noch besser, einem, »lexematischen System«, wie die Sprachwissenschaftler sagen würden), der sich ausnahmslos aus Metaphern oder Analoga von konkretem Verhalten in der materiellen Welt zusammensetzt. Was seinen Realitätsstatus betrifft, steht er auf gleicher Ebene mit der Mathematik. Er setzt uns in den Stand, unter Umgehung von konkretem Verhalten zu sachgemäßeren Entscheidungen zu gelangen. Wie die Mathematik ist es eher ein Operator als ein Ding oder Speicher. Und er hängt aufs engste mit Wollen und Entscheiden zusammen.

Denken wir daran, welche Wörter wir benutzen, um Bewußtseinsvorgänge zu beschreiben. Weitaus überwiegend finden wir die Ausdrücke aus dem visuellen Bereich. Wir »sehen« die Lösung eines Problems, die uns womöglich noch »glanzvoll« erscheint. Während wir dem einen Menschen ein »helles« Köpfchen zugestehen, scheint es bei anderen in dieser Hinsicht »düster« oder »trübe« auszusehen. Diese Ausdrücke sind samt und sonders Metaphern, und der Innenraum, auf den sie sich beziehen, ist eine Metapher des realen Raums. In diesem Innenraum können wir ein Problem »angehen« und womöglich sogar unter einem bestimmten »Gesichtspunkt«, wir können es »aufdröseln«, um seine Einzelheiten besser zu »begreifen«, und immer so weiter, immer weiter erfinden Verhaltensmetaphern für uns Dinge, die wir in diesem metaphorischen Innenraum tun können.

Und die Merkmale des körperlichen Verhaltens im wirklichen Raum werden in analoger Verwendung dem geistigen Verhalten im Bewußtseinsraum zugeschrieben, wenn wir von »geistiger Aufgewecktheit«, »Trägheit« oder »Rührigkeit«, von »Geisteskraft« oder »Geistesschwäche« sprechen. Der Bewußtseinsraum, in dem derlei metaphorische Aktivitäten vor sich gehen, hat eine Vielzahl spezieller Eigenschaften: Wir denken und empfinden »oberflächlich« oder »tief«, sind »engstirnig«, »aufgeschlossen« oder »beschränkt«. Wir sind »voll« von irgend etwas, voller Freude oder Sorgen oder Gedanken. Wir lassen Erlebnisse in uns »einsinken«. Wir schlagen uns etwas »aus« dem Sinn oder »behalten« es darin, etwas anderes »leuchtet uns ein«.

Wie im wirklichen Raum können wir auch im Bewußtseinsraum Dinge »in den Hintergrund« drängen, in »tiefste Seelentiefen« verbannen. Etwas kann über unser »Fassungsvermögen« gehen. Wenn wir andere überzeugen wollen, suchen wir nach Argumenten, die »unter die Haut gehen«. Voraussetzung jeder Verständigung ist eine »gemeinsame Basis«. Manchmal haben wir es mit Gesprächspartnern zu tun, die sich völlig »abschotten«, zu ihnen »dringen« wir dann nicht mehr »durch«. Und so weiter und so weiter: alles Handlungen, die ursprünglich einmal im wirklichen Raum ihren Platz hatten und als Analoga in den Bewußtseinsraum übertragen wurden.

Aber was ist das, was wir da metaphorisch wiedergeben? Wir haben gesehen, daß eine Metapher üblicherweise dazu dient, eine Sache oder einen Sachverhalt oder einen Aspekt dieser beiden wiederzugeben, sofern eine anderweitige Bezeichnung nicht zur Verfügung steht. Was da jeweils benannt, bezeichnet, wiedergegeben, zum Ausdruck gebracht oder lexematisch erweitert werden soll, nannten wir den Metaphoranden. Auf diesen wenden wir als Operator eine ähnliche, aber vertrautere Sache an, die wir Metaphorator nennen. Der Vorgang ergab sich ursprünglich immer aus dem allerpraktischsten Lebenszusammenhang, etwa wenn es darum ging, einen Meeresarm als besonders ergiebigen Fischgrund namhaft zu machen oder Nägel mit Köpfen zu versehen, weil sie so besser hielten. Die Metaphoratoren waren in diesen Fällen Arm und Kopf, der Metaphorand ein bestimmter Teil des Meeres oder dieses bestimmte Ende des Nagels, beide jeweils schon vorhanden. Erklären wir nun den Bewußtseinsraum als Metapher des physikalischen Raums, dann spielt in diesem Fall die wirkliche Welt, die »Außenwelt«, die Rolle des Metaphorators. Wenn jedoch die metaphorische Relation als solche eher die Erzeugungsbedingung des Bewußtseins als dessen nachträgliche Beschreibung darstellt – was wäre dann hier der Metaphorand?


Paraphoratoren und Paraphoranden

Betrachten wir das Wesen der Metapher etwas genauer (wobei uns ständig auffällt, daß so gut wie alles, was wir sagen, metaphorischen Charakter hat), so finden wir (auch das Verb »finden«!) außer Metaphorator und Metaphorand noch weitere Komponenten. Der eigentliche Gehalt von komplexen Metaphern liegt in den allermeisten Fällen in den zahlreichen dem Metaphorator zugesellten, Assoziationen und Attributen, die ich fortan als »Paraphoratoren« bezeichnen werde. Und diese Paraphoratoren gelangen durch; Rückprojektion auch in den Metaphoranden, wo ich sie als Paraphoranden des Metaphoranden ansprechen werde. Zugegeben: das ist Jargon; genausoviel Jargon jedoch wie absolut unerläßlich, um in der Sache selbst auch nicht den Schatten eines Mißverständnisses aufkommen zu lassen.

Anhand einiger Beispiele werde ich zeigen, daß die Zerlegung der Metapher in diese vier Komponenten auf einen im Grunde ziemlich simplen Sachverhalt zielt und im selben Zug etwas aufhellt, wofür uns sonst die Worte fehlen würden.

Nehmen wir die Metapher von der »Schneedecke«, die die Erde »einhüllt«. Metaphorand ist hier die Lückenlosigkeit, womöglich auch die Dichte oder Dicke des Belags. Der Metaphorator ist »Bettdecke«. Doch die ansprechenden Oberund Untertöne der Metapher gehen von den Paraphoratoren des Metaphorators »Bettdecke« aus. Sie signalisieren Wärme, Geborgenheit und wohligen Schlaf, dem irgendwann ein Wiedererwachen folgen wird. Diese Assoziationen zu der Vorstellung »mit einer Decke einhüllen« werden jetzt automatisch auch zu Assoziationen oder Paraphoranden des ursprünglichen Metaphoranden »Schneebelag auf dem Boden«. Und so haben wir vermittels dieser Metapher die Vorstellung geschaffen, daß die Erde unter der Schneedecke geborgen Winterschlaf hält, bis sie im Frühjahr wieder erwacht. Das alles steckt in einer so simplen Sache wie der Verwendung der Wörter »Decke« und »einhüllen« für die Art und Weise, wie der Schnee sich zum Unterboden verhält.

Natürlich sind nicht alle Metaphern so fruchtbar. In jenem häufig bemühten Bild vom Schiff, das die Wellen pflügt, ist der Metaphorand die Einwirkung des Schiffsbugs auf das Wasser und der Metaphorator die Tätigkeit des Pflügens. Die Zuordnung zwischen beiden ist, in mathematischer Sprache ausgedrückt, eineindeutig. Und damit hat sich’s.

Aber wenn ich von einem (womöglich »munteren«) Bächlein sage, es durchquere singend und springend den Wald, dann ist die Zuordnung zwischen dem Metaphoranden – das heißt der plätschernden, brabbelnden Unrast des Baches – und dem Metaphorator – das heißt (möglicherweise) einem singenden, springenden Kind – alles andere als eindeutig, geschweige denn eineindeutig. Das eigentlich Interessante ist in diesem Fall, daß die Paraphoratoren »Ausgelassenheit« und »Munterkeit« zu Paraphoranden des Bächleins geworden sind.

Und nehmen wir das vielbedichtete Gleichnis von der Liebe, die »wie eine Rose« ist. Auch hier sind es nicht so sehr die oberflächlichen Entsprechungen zwischen Metaphorand und Metaphorator, was uns daran fesselt, als vielmehr die Paraphoranden: Die Liebe braucht zum Leben Sonnenschein, sie duftet süß, sie kehrt Stacheln hervor, wenn unsanft mit ihr umgegangen wird, und sie welkt nach kurzer Blüte. Oder nehmen wir an, ich gebrauche einen weniger dem Gesichtssinn verpflichteten, aber dafür um so tiefsinnigeren Vergleich, indem ich sage, meine Liebe sei wie eine zinnerne Schaufel, die ihre kunstreiche Gestalt verleugnet, um bis auf den Grund des Kastens tief ins weiche Mehl zu tauchen.5 Die direkte Übereinstimmung zwischen Metaphorand und Metaphorator – nämlich daß beide dem Blick des Uneingeweihten verborgen bleiben – läuft in diesem Fall auf eine Banalität hinaus. Dagegen beschwören die Paraphoranden der Metapher etwas herauf, was unmöglich in den Gegebenheiten als solchen anzutreffen wäre: Vollkommenheit, Glanz und Echtheit dauerhafter Liebe, tief verborgen und dennoch bewahrt im nachgiebigen, schmiegsamen, weichlastenden Medium der Zeit. Das Ganze wiederum ist – mit eigenen Paraphoratoren/Paraphoranden – ein Bild des Geschlechtsakts aus männlicher Sicht. Die Liebe hat derlei Eigenschaften nur, insofern wir sie mit Hilfe der Metaphorik erzeugen.

Und das Bewußtsein ist aus solchem Stoff, wie Dichtung ist. Das wird sich zeigen, wenn wir uns jetzt wieder der Metaphorik des Geistes zuwenden, mit der wir es bereits zu tun hatten. Nehmen wir an, wir haben ein einfaches Problem zu lösen, wie es zum Beispiel in der Kreis-Dreieck-Reihe des vorangegangenen Kapitels vorliegt. Und nehmen wir weiter an, wir drücken den erfolgreichen Abschluß der Operation mit dem lauten Ausruf aus, daß wir jetzt endlich die Lösung (nämlich ein Dreieck) »sehen«.

Diese Metapher läßt sic h nach dem gleichen Schema zerlegen wie die »einhüllende« Schneedecke und das »muntere« Bächlein. Metaphorand ist das Auffinden der Lösung, Metaphorator ist das leibliche Sehen, und Paraphoratoren sind all jene Einzelheiten im Assoziationsfeld des Sehvermögens, die ihrerseits Paraphoranden schaffen – Paraphoranden wie zum Beispiel das »innere Auge«, »die Lösung deutlich vor sich sehen« und so weiter; und als wichtigsten von allen: den Paraphoranden von einem »Raum«, in dem das »Sehen« vor sich geht (der »Bewußtseinsraum«, »innere Raum«, »Seelenraum«, »geistige« oder »mentale Raum« oder ähnliche Ausdrücke), mitsamt »Gegenständen«, die dort »zu sehen« sind.

Die vorstehende knappe Skizze soll keineswegs eine echte Theorie ersetzen, die erklärt, wie es überhaupt zum Auftreten von Bewußtsein kam. Auf diese Frage werden wir im Zweiten Buch eingehen: Meine Absicht an dieser Stelle ist lediglich, den hypothetischen Gedanken zu vermitteln – eine Hypothese, deren Plausibilität ich in der Folge zu erweisen hoffe –, daß Bewußtsein ein Werk der sprachlichen Metaphorik ist, ein Gewirke aus den konkreten Metaphoratoren des Sprachausdrucks und ihren Paraphoratoren, die projektiv Paraphoranden aus sich entlassen, deren Sein mit ihrer Funktion identisch ist. Und weiter: das Be wußtsein; einmal gegeben, zeugt sich von selber fort, insofern jeder neue Paraphorand seinerseits wieder zu einem Metaphoranden werden kann, der dann neue Metaphoratoren samt ihren Paraphoratoren auf den Plan ruft ... (Und so weiter.)

Natürlich ist dieser Vorgang nicht das Spiel des Zufalls und kann es nicht sein, als das er hier vorläufig erscheint. Die Welt besitzt einen – sogar sehr hohen – Grad an Organisiertheit, und infolgedessen erzeugen die Bewußtseinserzeugenden konkreten Metaphoratoren das Bewußtsein in organisierter Form. Das ist der Grund für die Übereinstimmungen zwischen dem Bewußtsein und der Ding- und Verhaltenswelt, deren es sich bewußt ist. Und auch der Grund, warum sich die Struktur dieser Welt – wenngleich mit gewissen Unterschieden – in der Struktur des Bewußtseins wiederholt.

Noch eine letzte Kniffligkeit, bevor wir unseren Weg fortsetzen. Zu den Haupteigentümlichkeiten des Analogons zählt, daß seine Erzeugungsweise sich nicht mit seiner Verwendungsweise deckt. Klarer Fall: der Kartograph verfährt anders als später der Benutzer seines Produkts. Für den Kartographen ist der Metaphorand das leere Blatt Papier, auf das er den Operator oder Metaphorator »bekanntes, vermessenes Gelände« anwendet. Für den Benutzer der Karte verhält sich die Sache genau umgekehrt: für ihn ist das Gelände die unbekannte Größe (der Metaphorand), Metaphorator hingegen die Karte, die er benutzt, um sich im Unbekannten zurechtzufinden.

Und ebenso liegen die Dinge auch im Fall des Bewußtseins. Das Bewußtsein ist der Metaphorand, wenn es von den Paraphoranden unserer sprachlichen Ausdrücke erzeugt wird. Aber das Bewußtsein in Funktion ist sozusagen die Reise in die Gegenrichtung: Es wird zum Metaphorator voll vergangener Erfahrungen, in fortwährender selektiver Operation mit Unbekannten befaßt – Unbekannte wie zum Beispiel Fragen unseres Handelns in der Zukunft, unserer Entscheidungsfindung in der Gegenwart oder einer nur bruchstückhaft erinnerten Vergangenheit-, befaßt mit der Frage, was wir sind und womöglich noch werden können. Und wir danken es der vorgängig erzeugten Bewußtseinsstruktur, daß wir uns in der Welt zurechtfinden.

Wie läßt sich diese Bewußtseinsstruktur im einzelnen charakterisieren? Nur die wichtigsten Punkte seien im folgenden andeutungsweise herausgestellt.


Die Eigenschaften des Bewußtseins

1. Spatialisierung. Den ersten und ursprünglichsten Aspekt des Bewußtseins haben wir schon bei früherer Gelegenheit erwähnt; er ist als Paraphorand in nahezu jeder Metapher, die wir über »Geist« bilden können, mit enthalten: der mentale (geistige, »innere«) Raum, den wir als das ureigenste Heimatrevier der ganzen Veranstaltung kurzerhand dorthin, wo er sich befindet, nämlich nach »innen«, transferieren. Wenn ich Sie jetzt auffordere, an Ihren Kopf zu denken, sodann an Ihre Füße, dann an das Frühstück, das Sie heute morgen zu sich genommen haben, dann an den Eiffelturm und zuletzt an das Sternbild des Orion: dann haben diese Dinge in Ihrer Vorstellung die Qualität des räumlichen Getrenntseins; und von dieser Qualität ist hier die Rede. Eben dieser metaphorische »innere« Raum ist es, in den wir bei der Introspektion (ein Fremdwort, das soviel wie »Innenschau« bedeutet, also metaphorischen Charakter hat) hineinblicken und den wir dabei fortwährend neu erzeugen und mit jedem Ding und jeder Relation, die wir neu »ins« Bewußtsein aufnehmen, »erweitern«.

Im Ersten Kapitel sagte ich, daß wir diesen Bewußtseinsraum in unserem eigenen Kopf wie in den Köpfen der anderen »erfinden«. Der Ausdruck »erfinden« schießt vielleicht ein bißchen übers Ziel hinaus, es sei denn, man versteht ihn in rein ontologischer Bedeutung, das heißt im Sinn von »fingieren«. Es verhält sich eher so, daß wir diese »Räume« umstandslos voraussetzen. Sie gehören zum »Bewußtsein haben« (im eigenen Fall) und zum (fraglos unterstellten) »Fremdbewußtsein« einfach mit dazu.

Überdies werden Realitäten der Ding-Verhaltens-Welt, die an und für sich nicht die Qualität der Räumlichkeit besitzen, im Bewußtsein mit dieser Qualität ausgestattet. Anders können wir uns ihrer nicht bewußt werden. Wir heißen das: Spatialisierung.

Ein evidentes Beispiel hierfür ist die Zeit. Wenn ich Sie auffordere, sich die letzten hundert Jahre zu denken, mögen Sie das Ganze etwa dergestalt ins »Exzerpt« bringen (siehe den folgenden Punkt 2), daß Sie sich die Jahresfolge in Form einer Strecke vorstellen, die vielleicht in einem Punkt linker Hand beginnt und in einem Punkt rechter Hand endet. Doch selbstverständlich kennt die Zeit kein Links noch Rechts; hier existiert nur Davor und Danach – ein Verhältnis, das keinerlei räumlichen Charakter hat, es sei denn per analogiam. Es ist unmöglich – absolut unmöglich-, sich die Zeit vorzustellen, ohne sie zu verräumlichen. Bewußtsein bedeutet immer — Spatialisierung: die Umwandlung von Diachronie in Synchronie, die Repräsentation zeitlicher Geschehensfolgen im Exzerpt und als räumliches Nebeneinander.

Diese Spatialisierung ist ein Charakteristikum jeglichen bewußten Denkens. Sollten Sie sich jetzt überlegen, wie sich meine spezielle Theorie in das Gesamtschema der bereits existierenden Theorien des Geistes einfügt, so »wenden« Sie sich zunächst in gewohnter Manier »nach innen«, in Ihren Bewußtseinsraum, wo Abstrakta zwecks genauerer »Betrachtung« »isoliert« und einander »gegenübergestellt« werden können – was materialiter und realiter niemals der Fall sein könnte. Alsdann bilden Sie die Metapher von Theorien als konkreten Objekten und zum zweiten die Metapher von der zeitlichen Aufeinanderfolge dieser Objekte als einem synchronischen Schema und drittens die Metapher von Theorie- Merkmalen als dinglichen Merkmalen, die sämtlich prinzipiell skalierbar sind, so daß sie sich nach ihren jeweiligen »Stellenwerten« in einen »Zusammenhang« bringen lassen. Damit sind Sie dann praktisch auch schon bei dem metaphorischen Ausdruck »einfügen«, der hier das Bewußtseins-Analogon einer realen Verhaltensweise bezeichnet. Was der Ausdruck an Realem bezeichnet, mag von Individuum zu Individuum und von Kulturkreis zu Kulturkreis schwanken, je nach den vorherrschenden Erfahrungen mit dem ordnungsgemäßen Zusammensetzen von Dingen; ein Juwelier zum Beispiel könnte an das »Einfügen« von Edelsteinen in ihre Fassung denken und so weiter. Infolgedessen ist das metaphorische Substrat des Denkens bisweilen höchst verwickelt und schwer zu entwirren. Doch jeder bewußte Gedanke, den Sie bei der Lektüre dieses Buches haben, läßt sich in der bezeichneten Weise analytisch zurückverfolgen bis zu konkreten Handlungen in der Welt des Konkreten.

2. Exzerpierung. Im Bewußtsein »sehen« wir niemals etwas zur Gänze. Das kommt daher, daß dieses »Sehen« ein Analogon von realem Verhalten ist; und in der Realität vermögen wir eine Sache in jedem gegebenen Zeitpunkt nur partiell zu sehen beziehungsweise sie im Handeln nur partiell zu berücksichtigen. Genauso ist es im Bewußtsein. Aus dem Ensemble der möglichen »Hinsichten« – der »Aspekte« einer Sache, die ipso facto Teilaspekte sind, greifen wir ein Stück heraus, ein »Exzerpt«, das unser Wissen vom Ganzen in sich verkörpert. Und mehr geht nicht, weil das Bewußtsein eine Metapher unseres leiblichen Verhaltens ist.

Fordere ich Sie beispielsweise auf, sich einen Zirkus vorzustellen, so werden Sie zunächst einen kurzen Moment lang eine leichte Vorstellungstrübung erleben, aus der dann (möglicherweise) ein Bild von fliegenden Trapezkünstlern oder (andere Möglichkeit) von einem Clown im Ring oder etwas Ähnliches auftaucht. Oder: stellen Sie sich die Stadt oder Ortschaft vor, in der Sie sich zur Zeit aufhalten: irgendeine Einzelheit – etwa ein bestimmtes Bauwerk, ein Turm oder eine bestimmte Straßenkreuzung – wird Ihnen als Exzerpt dienen. Und bitte ich Sie jetzt, an sich selbst zu denken, dann werden Sie irgendwelche Exzerpte aus Ihrer jüngsten Vergangenheit anfertigen in der Überzeugung, auf diese Weise dächten Sie an sich selbst. In sämtlichen genannten Fällen erscheint es uns weder problematisch noch sonderlich paradox, daß die Exzerpte nicht die Sachen selber sind, obzwar wir so reden, als wären sie es. In Wirklichkeit sind wir uns niemals der Dinge, wie sie an sich selber sind, bewußt, sondern immer nur der Exzerpte, die wir uns von ihnen machen.

Die Exzerpierung wird von Variablen gesteuert, denen noch viel mehr Nachdenken und Forschung gewidmet werden müßte. Denn sie bestimmen das gesamte bewußte Weltbild des einzelnen sowie sein Bild von seinen Mitmenschen. Wie Sie einen Menschen aus Ihrer Bekanntschaft exzerpieren, hängt eng mit Ihrer affektiven Einstellung zu ihm zusammen. Wenn Sie ihn mögen, exzerpieren Sie seine angenehmen Seiten. Wenn nicht, die unangenehmen. Die Ursächlichkeit kann in der einen wie in der anderen Richtung funktionieren.

Wie wir andere Menschen exzerpieren, das entscheidet weitgehend darüber, welches Gesicht unsere Lebenswelt uns zeigt. Nehmen wir zum Beispiel unsere Familienangehörigen während unserer Kindheit. Orientieren sich unsere Exzerpte von ihnen an den Fällen, in denen sie versagt haben, an ihren verborgenen inneren Konflikten, ihren Selbsttäuschungen – na ja, das wäre die eine Möglichkeit. Doch wenn wir sie in ihren glücklichsten Momenten, auf dem Gipfel ihrer persönlichsten Freuden exzerpieren – dann sieht die Welt gleich ganz anders aus. Künstler und Schriftsteller tun nichts anderes, als die Vorgänge, die »im« Bewußtsein mehr oder weniger unter Zufallsbedingungen ablaufe n, einer methodischen Kontrolle zu unterwerfen.

Die Exzerpierung ist etwas anderes als das Gedächtnis. Das Exzerpt einer Sache ist der Vertreter der Sache oder des Ereignisses, woran sich Erinnerungen knüpfen, im Bewußtsein, und es versetzt uns in die Lage, Erinnerungen aus dem Gedächtnis abrufen zu können. Will ich mir in Erinnerung rufen, was ich vergangenen Sommer gemacht habe, nehme ich zunächst eine Exzerpierung des fraglichen Zeitraums vor, die vielleicht in einem flüchtigen Vorstellungsbild von ein paar Monatsspalten im Kalender besteht, bis ich schließlich bei der Exzerpierung eines bestimmten Ereignisses verweile, etwa bei einem Spaziergang entlang einem bestimmten Fluß. Von hier aus ergehe ich mich dann in Assoziationen und rufe mir Erinnerungen an den vergangenen Sommer zurück. Diesen Vorgang meinen wir, wenn wir von Reminiszenzen sprechen: Er ist eine spezifische Bewußtseinsleistung, deren kein Tier fähig ist. Das Reminiszieren ist eine Folge von Exzerpierungen. Jede sogenannte Bewußtseinsassoziation ist eine Exzerpierung, eine aus dem Zeitfluß des Erlebens herausgegriffene Teilansicht oder ein stehendes Bild, wenn man so will, deren Gestaltung durch Persönlichkeits- sowie fallweise wechselnde situative Faktoren bedingt ist.6

3. Das Ich (qua Analogon). Ein höchst wichtiges »Merkmal« der Metapher »Welt« ist die Metapher, die wir von uns selber haben: das Analogon »ich«, das sich in unserer »Vorstellung« stellvertretend »frei bewegen« und dabei »tun« kann, was wir realiter nicht tun. Für solch ein »Ich (qua Analogon)« gibt es natürlich eine Menge Verwendungen. Wir stellen »uns« vor, daß wir entweder dies oder jenes »tun«, und »finden« daraufhin anhand von vorgestellten »Resultaten« eine Entscheidung – was unmöglich wäre, verfügten wir nicht über ein Vorstellungs- »Selbst«, das in einer Vorstellungs-»Welt« agiert. Kehren wir nochmals zurück zu dem im Abschnitt über die Spatialisierung gegebenen Beispiel: Nicht Ihr Körper-Verhaltens-Selbst stellte dort die »Betrachtung« an, wie sich meine Theorie in das Schema alternativer Theorien »einfügt«. Nein, das war Ihr »Ich (qua Analogon)«.

4. Das Ich (qua Metapher). Das Analogon »ich« begnügt sich jedoch nicht mit dieser einen Rolle: Es tritt zugleich als Metapher auf. Während wir in unserer Vorstellung den längeren Weg entlangschlendern, erhaschen wir in der Tat auch manchen flüchtigen »Blick« auf »uns aus der Distanz« (»autoskopische Vorstellungen«), wie wir schon bei Gelegenheit der Übungsbeispiele im Ersten Kapitel festgestellt haben. Wir können einesteils aus dem Vorstellungs-Selbst hinaus in ein vorgestelltes Gesichtsfeld sehen, und wir können zum andern ein Stück zurücktreten und uns selbst beobachten, wie wir etwa an dem oder jenem Bach niederknien, um einen Schluck Wasser zu trinken. Wir stehen hier zweifellos vor einem durchaus schwerwiegenden Problemkomplex, konzentriert in der Frage nach dem Verhältnis zwischen »Ich (qua Analogon)« und »Ich (qua Metapher)«. Die Antwort würde eine Abhandlung für sich füllen. Indes wollte ich hier die Natur des Problems nur kurz antippen.

5. Narrativierung. Das Stellvertreter-Selbst, das wir im Bewußtsein sehen, ist immer der Held einer Lebensgeschichte. In unserem mehrfach zitierten Beispiel springt die Narrativierung in die Augen, insofern sich das Ganze zu einer Episode »Waldspaziergang« zusammenschließt. Weniger augenfällig ist die Tatsache, daß wir, wann immer und solange wir uns in bewußtem Zustand befinden, ununterbrochen auf solche Weise am Werk sind – an einem Werk, das ich Narrativierung nenne. Ich sitze hier und schreibe ein Buch, und dieser Umstand ist in meine Lebensgeschichte so ungefähr an deren Mittelpunkt eingebettet, wobei die Zeit spatialisiert ist zu einem Wanderweg durch Jahr und Tag. Neue Situationen werden vermittels selektiver Wahrnehmung zu Anschlußstücken dieser Fortsetzungsgeschichte verarbeitet; Wahrnehmungen, die sich nicht einordnen lassen, bleiben unbeachtet oder jedenfalls aus dem Erinnerungsvermögen ausgeschlossen. Wichtiger noch: Situationen, in die ich mich hineinbegebe, werden von vornherein so gewählt, daß sie zu meiner Fortsetzungsgeschichte passen, bis das Selbstbild, das ich mir in meiner Lebensgeschichte schaffe, so weit gediehen ist, daß es unvorhergesehen auftretende neuartige Situationen auf Anhieb mit Handlungs- und Auswahlprozeduren zu beherrschen vermag.

Daß wir unseren Verhaltensmustern diese oder jene Ursache zuschreiben oder eine bestimmte Einzelhandlung so oder so begründen, das alles gehört mit zur Narrativierung. Derlei Ursachenzuschreibungen wie Begründungen mögen wahr oder falsch, wertneutral oder idealisierend sein. Das Bewußtsein ist allzeit bereit, für jedes x-beliebige Tun, bei dem wir uns ertappen, eine Erklärung zu liefern. Der Dieb narrativiert sein Handeln in einen Kausalzusammenhang mit der Armut, der Künstler mit der Schönheit, der Wissenschaftler mit der Wahrheit, wobei Ursache und Zweck unauflöslich mit eingeflochten sind in die Spatialisierung des Verhaltens im Bewußtsein.

Aber dergestalt narrativieren wir nicht nur unser eigenes »Ich (qua Analogon)«, sondern alles und jedes, was uns überhaupt ins Bewußtsein tritt. Ein isoliertes Faktum wird in irgendeinen Zusammenhang mit einem anderen isolierten Faktum narrativiert. Ein weinendes Kind auf der Straße: Prompt narrativieren wir das Vorkommnis im Geist zur Sequenz vom verirrten Kind und der ängstlich suchenden Mutter. Eine Katze auf dem Baum: Prompt narrativieren wir das Vorkommnis zur Sequenz vom Hund, der sie da hinaufgescheucht. Oder wir narrativieren die Fakten des psychischen Lebens, so wie wir sie verstehen, zu einer Theorie des Bewußtseins.

6. Kompatibilisierung. Der Aspekt des Bewußtseins, den ich abschließend herausstellen möchte, ist die Kopie einer Verhaltenseinheit, die ein gemeinsames Erbteil der meisten Säuger darstellt. Das reale Urbild jenes Bewußtseinsmerkmals ist das schlichte Wiedererkennen, bei dem ein maßvoll mehrdeutiges Wahrnehmungsobjekt einem zuvor erworbenen Schema angeglichen wird; dieser automatische Vorgang wird gelegentlich als »Assimilation« bezeichnet. Wir assimilieren einen neu auftretenden Reiz unserer Konzeption oder unserem Schema von ihm, auch wenn er maßvoll davon abweicht. Da wir die Dinge von einem Augenblick zum nächsten nie in exakt gleichbleibender Weise sehen, hören oder tasten, ist dieser Assimilationsprozeß, diese Angleichung an vorangegangene Erfahrungen, ununterbrochen im Gang, solange wir die Welt um uns her wahrnehmen. Anhand früher erlernter Schemata setzen wir unsere Eindrücke zu identifizierbaren Gegenständen zusammen.

Die Assimilation ins Bewußtsein übertragen ergibt die Kompatibilisierung. Der so bezeichnete Vorgang leistet im wesentlichen das gleiche im Bewußtseinsraum wie die Narrativierung in der Bewußtseinszeit beziehungsweise der spatialisierten Zeit. Die Kompatibilisierung setzt Einzelelemente zur Einheit eines Bewußtseinsgegenstands zusammen, genauso wie die Narrativierung Einzelelemente zur Einheit einer Geschichte zusammensetzt. Und dieses Zusammenfügen in einen Plausibilitäts- oder Probabilitätszusammenhang vollzieht sich nach Regeln, die aus früherem Erleben gewonnen wurden.

Bei der Kompatibilisierung passen wir Exzerpte oder Narrativierungen einander an, ebenso wie bei der Außenwahrnehmung die innere Konzeption und der dazutretende Reiz in Übereinstimmung gebracht werden. Narrativieren wir unser »Ich« als Spaziergänger auf einem Waldweg, dann wird die Aufeinanderfolge der Exzerpte automatisch den Bedingungen eines solchen Spaziergangs angepaßt. Und sollten im Lauf einer Tagträumerei unversehens zwei unverbundene Exzerpte simultan auftreten oder zwei Exzerpierungen simultan einsetzen, so werden sie miteinander verschmolzen: kompatibel gemacht.

Fordere ich Sie auf, gleichzeitig an eine Bergwiese und an einen Turm zu denken, dann kompatibilisieren Sie die beiden Dinge automatisch, indem Sie den Turm auf die Wiese stellen. Indes, wenn ich Sie auffordere, jetzt simultan an die Bergwiese und das Meer zu denken, dann dürfte die Kompatibilisierung ausbleiben, und es ist wohl eher so, daß Sie immer nur an eines von den beiden Dingen auf einmal denken können, also entweder an die Wiese zuerst und dann an das Meer, oder umgekehrt. In einen gemeinsamen Zusammenhang können Sie die beiden in diesem Fall nur vermittels Narrativierung bringen. Es existieren demnach Kompatibilitätskriterien, die den Vorgang regeln, und diese Kriterien werden erlernt und gründen in der Struktur der Welt.

 

Lassen Sie mich kurz zusammenfassen, damit wir einen »Überblick« gewinnen, wo wir augenblicklich stehen und in welche Richtung wir marschieren. Wir haben festgestellt, daß das Bewußtsein ein Operator ist, kein Ding, kein Speicher- oder Trägergerät und keine Funktion. Es operiert im Medium der Analogie, indem es einen Analograum konstruiert, zu dem ein Analogon »ich« gehört, das diesen Raum zu beobachten und sich metaphorisch darin zu bewegen vermag. Sein Operationsbereich umfaßt jegliches Handeln; es exzerpiert die relevanten Aspekte seiner Operanten und stiftet durch Narrativierung und durch Kompatibilisierung zwischen jenen einen Zusammenhang in einem Metaphernraum, wo derlei Bedeutungszusammenhänge manipuliert werden können wie Dinge im realen Raum. Der seiner selbst bewußte Geist ist ein räumliches Analogon der Welt, und mentale Akte sind Analoga von körperlichen Akten. Möglicher Operant für das Bewußtsein ist nur das objektiv Beobachtbare. Oder, mit anderen Worten (die John Lockes bekannte Formel variieren): Nichts ist im Bewußtsein, was nicht Analogon von etwas wäre, das zuvor im Verhalten war.

Wir sind am Ende eines schwierigen Kapitels angelangt. Ich hoffe jedoch, es ist mir gelungen, sei’s auch nur umrißhaft, wenigstens einigermaßen überzeugend darzutun, daß die Auffassung vom Bewußtsein als einem per Metapher erzeugten Modell der Welt einige sehr präzise Schlußfolgerungen nach sich zieht und daß diese Folgerungen sich anhand von jedermanns bewußter Alltagserfahrung verifizieren lassen. Das Ganze ist natürlich nur ein – zudem noch etwas grobschlächtig geratener – Anfang, dem ich in einer geplanten weiteren Studie eine differenziertere Gestalt zu geben hoffe. Er reicht immerhin aus, uns jetzt die Rückkehr zu unserem Generalthema – der Frage nach dem Ursprung von dem allen – zu gestatten; weitere Ausführungen über das Wesen des Bewußtseins für sich selbst genommen seien auf spätere Kapitel vertagt.

Wenn das Bewußtsein nichts anderes ist als eine Analogwelt auf sprachlicher Basis – eine Parallele zur Verhaltenswelt in exakt dem gleichen Sinn, wie man die Mathematik als Parallele zum quantitativen Aspekt der Dingwelt betrachten kann –, was können wir dann über seinen Ursprung ausmachen?

Wir sind hier an einem höchst interessanten Punkt unserer Überlegungen angelangt – einem Punkt, der in vollkommenem Widerspruch steht zu allem, was die im Einleitungskapitel erörterten Alternativtheorien an Lösungen des Problems vom Ursprung des Bewußtseins anzubieten hatten. Denn wenn das Bewußtsein auf der Sprache beruht, dann folgt daraus, daß es weit jüngeren Datums ist als bisher angenommen. Das Bewußtsein entstand später als die Sprache! Diese Auffassung hat äußerst schwerwiegende Konsequenzen.

EINFÜHRUNG | BUCH 1 | BUCH 2 | BUCH 3

1. Kapitel 1: Das Bewußtsein des Bewußtseins

2. Kapitel 2: Das Bewußtsein

3. Kapitel 3: Die Psychologie der »Ilias«

4. Kapitel 4: Die bikamerale Psyche

5. Kapitel 5: Das Doppelhirn

6. Kapitel 6: Der Ursprung der Kultur